Kameradschaft – Zu einer gesteigerten Form von Kollegialität

Bei Kameradschaft handelt es sich um eine spezifische Form der Kollegialität. Kollegialitätsnormen bilden sich in jeder Organisation heraus – bei McDonald’s, wie bei SAP, bei nationalen Bahnunternehmen wie in Universitätskrankenhäusern. Denn Normen gegenseitiger kollegialer Hilfe erleichtern es Organisationsmitgliedern, einen guten Job zu machen, und minimieren das Risiko, entlassen zu werden. In einigen Organisationen – in […]

Jobwechsel – Das Diktat des permanenten Wechsels

Kein Mitarbeiter sollte länger als drei oder vier Jahre auf einer Stelle bleiben. Diese Idee ist zum Dogma der Personalpolitik vieler Unternehmen und staatlichen Institutionen geworden. Jobwechselndet  falso nicht nur statt, weil sich ein Mitarbeiter auf seinem Arbeitsplatz versagt hat und folglich auf einen anderen Post degradiert wird, oder weil er sich so gut bewährt […]

Heuchelei – Weswegen Organisationen auf ein gewisses Maß an Scheinheiligkeit nicht verzichten können

Der Reflex bei aufgedeckten Skandalen in Organisationen ist immer der gleiche: gleichermaßen Empörung über die Scheinheiligkeit, die in diesen Unternehmen herrsche, wie Erregung über die Widersprüche zwischen den nach außen proklamierten Prinzipien und der alltäglichen Praxis. Grundlage dieser Aufgebrachtheit scheint ein weit verbreiteter Konsens zu sein, demzufolge Parteien, öffentliche Verwaltungen, überstaatliche Organisationen und Unternehmen gefälligst […]

Haltung – Weswegen man auf die Verwendung bestimmter Begriffe verzichten sollte

Die Verfechter neuer Managementkonzepte sind in der Regel nicht bescheiden, was ihre Veränderungsansprüche angeht. Angesichts der Krisen der modernen Gesellschaft käme es nicht nur darauf an, „neue Aktionen“ zu starten, „neue Prozesse“ aufzulegen und „neue Strukturen“ zu schaffen, nötig seien vielmehr darüber hinaus die Etablierung eines grundlegend „neuen Denkens“ und die Kreierung eines „neuen Selbst“. […]

Familien – über den Kontrast von Familien und Organisationen

Familien funktionieren ganz anders als Organisationen. Während Organisationen dadurch entstehen und erhalten bleiben, dass sie ihre Mitglieder aus einem in der Regel sehr breiten Kreis von Bewerbern rekrutieren und diese bei Nichtkonformität auch wieder entlassen können, basiert die Bildung von Familien darauf, dass neue Mitglieder des Systems in den zumeist gegengeschlechtlichen Partnerschaften entweder durch Geburt […]

Gemeinschaftsgefühl – Über formale und informale Möglichkeiten des Team Buildings

In einem von oben angeordneten Qualitätsworkshop in einem Ausbesserungswerk eines großen französischen Verkehrsunternehmens fiel auf, dass sich Mitarbeiter eines Teams mit allen Tricks weigerten, das Thema des Abfallmanagements zu bearbeiten. Jeder Versuch der Berater, den Beteiligten aufzuzeigen, wie die anfallenden Metalle besser gesammelt und abgefahren werden konnten, wurde von den Mitarbeitern des Ausbesserungswerks systematisch unterlaufen. […]

Coaching – Zur Entstehung personenbezogener Beratung in Organisationen

Das Wort Coaching weist eine so „hohe semantische Elastizität“ auf, dass inzwischen unter diesem Begriff fast jede Leistung gefasst wird, die in irgendeiner Form beratend an einer Person erbracht wird: „IT-Coaching“, „Astro-Coaching“ und „Coaching für Eltern“ gehören zu Standardangeboten im Internet. Inzwischen kann man für Leistungen im „Zen-Coaching“, „Entspannungs-Coaching“, „Flirt-Coaching“ oder – falls letzteres Erfolge […]

Geschlecht – Über die Relevanz der Arbeitsteilung im Privaten für die Organisation

Warum sind so wenig Frauen in Führungspositionen? Wie kommt es, dass in vielen Branchen Frauen zwar die Mehrzahl der Mitarbeiter stellen, aber in den Chefetagen unterrepräsentiert sind? Wie lässt sich begreiflich machen, dass in vielen Ländern zwar mehr Frauen als Männer als Ärzte ausgebildet werden, aber auffällig wenig Krankenhäuser von Ärztinnen geleitet werden? Wie ist […]

Wertschätzung – Weswegen man nicht alles und alle hochachten kann

In vielen Organisationen gehört es zum guten Ton, einen wertschätzenden Umgang untereinander zu fordern. Immer gäbe es, so die Beobachtung, „Wertschätzungsmangelernährte“, die als „Wertschätzungsforderer“ über die Flure zögen, um potentielle „Wertschätzungsspender“ zu identifizieren, von denen sie mehr Anerkennung verlangen könnten. „Wertschätzung“ sei Forderung geworden, die jederzeit vorgebracht werden kann, von der man aber im Tiefsten […]

Systemisches – Gründe für eine Trivialisierung der Wissenschaft

Es gehört zur Selbstverständlichkeit von sich als „systemisch“ verstehenden Beratern und Managern, sich auf die soziologische Systemtheorie Niklas Luhmanns zu berufen. Auf systemischen Fortbildungen werden regelmäßig Bilder von Bäumen ans Flipchart gemalt, auf dem die soziologische Systemtheorie als zentrale Wurzel des systemischen Managements und der systemischen Beratung dargestellt wird. Und fast jeder Text eines Systemikers […]